Bienenstockluft

APITHERAPIE - die Heilkraft der Bienen

Unter Apitherapie (lat. „Apis“ = Biene) versteht man ganz allgemein die Anwendung von Bienenprodukten wie Honig, Bienengift, Propolis, Pollen, Gelèe Royale, Bienenwachs und Bienenluft zur Vorbeugung und Heilung von Krankheiten.

Die Inhalation mit Bienenstockluft hat wegen der großen Erfolge bei Atemwegsproblemen in letzter Zeit besondere Bekanntheit erlangt.

 

Naturheilmittel mit langer Tradition

Die Heilkraft der Bienen, also das Heilen mit Bienenprodukten war in allen alten Kulturen bekannt und die Apitherapie gilt gemeinsam mit der Heilkräutertherapie als die älteste Medizin der Menschheit. Archäologische und historische Belege zeigen, dass der Mensch seit über 6.000 Jahren Bienenprodukte nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Heilmittel verwendet. Besonders Honig zur Wundheilung, Propolis als natürliches Antibiotikum, aber auch Bienenstiche als älteste Form der "Bio-Akupunktur" oder als „Injektionskuren" sind uralte apitherapeutische Anwendungen.

Auch die Wegbereiter der modernen Medizin, der Arzt Hippokrates aus dem antiken Griechenland und der vor 500 Jahren in der Schweiz wirkende Arzt und Naturphilosoph Paracelsus haben Honig und andere Bienenprodukte als wichtige Bestandteile ihrer Heilmixturen hoch geschätzt.

 

Apitherapie heute

Heute, in der modernen Apitherapie gilt es eine klare Unterscheidung zu treffen zwischen Apitherapie und moderner Medizin

  • der den Ärzten und Ärztinnen vorbehaltenen Behandlung von Krankheiten durch den gezielten Einsatz von bestimmten Bienenprodukten
  • und der Verwendung dieser Produkte im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung und als Nahrungsergänzungsmittel zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens und zur Vorbeugung von Krankheiten.

Der Arzt wird auf der Basis einer medizinischen Diagnose die Möglichkeiten der Apitherapie – oft ergänzend zu den Methoden der Schulmedizin – zur Heilung nutzen. Der Einsatz etwa von Apitoxin (Bienengift) zur Behandlung einer Gürtelrose (Herpes zoster), die Bekämpfung von Helicobacter pylori durch eine Propoliskur oder ein modernes Wundmanagement mit Honigauflagen sind Beispiele für therapeutische Anwendungen, wie sie in vielen Arztpraxen und Kliniken zur Anwendung kommen. In nahezu allen medizinischen Disziplinen kommen Bienenprodukte komplementär zur Vorbeugung oder als Heilmittel zum Einsatz.

Die Apitherapie wird heute vor allem überall dort angewandt, wo der Siegeszug der modernen Medizin und Pharmazie noch nicht so viel altes Wissen um traditionelle Heilmethoden verdrängt hat. So gibt es etwa in den Staaten des ehemaligen Ostblocks, im Fernen Osten und in Südamerika eigene Kliniken, die auf Apitherapie spezialisiert sind.

Die moderne Schulmedizin ist gerade dabei, die Apitherapie für sich wieder zu entdecken: Dabei geht es darum, altes Erfahrungswissen durch klinische Studien zu untermauern. Unzählige Studien, die heute in Laboratorien und Kliniken in der ganzen Welt durchgeführt werden, haben die medizinische Wirkung von Bienenprodukten zum Inhalt.

 

Medizin für die Zukunft

In den letzten Jahren werden immer mehr Bakterien resistent gegenüber chemischen Antibiotika. Auch in hochmodernen Krankenhäusern sterben deshalb immer wieder Menschen. Bei Bienenprodukten kommt es dagegen zu keinen Resistenzen, sie wirken gegen Bakterien, Pilze und Viren durch eine „intelligente“ Strategie, die auf mehreren Prinzipen beruht: Erstens haben sie als Naturprodukte eine stets leicht variierende Zusammensetzung, wodurch es zu keiner Ausbildung von Resistenzen kommen kann. Dann wirken gleichzeitig mehrere antibakterielle Substanzen mit sehr unterschiedlichen Mechanismen. Und schließlich unterstützen sie direkt und indirekt das Immunsystems wie alle anderen inneren Organe und Systeme. Die natürliche „Intelligenz“ der Bienenprodukte scheint hier in vielen Fällen manchen Pharmazeutika überlegen zu sein.

Es ist zu erwarten, dass die Apitherapie, als komplementärmedizinische Methode der Medizin in Zukunft eine Renaissance erleben wird. Wegen ihrer schonenden Wirksamkeit, aber besonders auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten, als kostengünstige Alternative.

 

Apitherapie als "Medizin für zu Hause"

An dieser Stelle sei betont, dass im Krankheitsfall die Diagnose und die Therapie natürlich einem Arzt vorbehalten sind. APIS-Z setzt sich gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Apitherapie dafür ein, dass heute auch bei uns mehr und mehr Ärzte die Apitherapie, als Schatz aus der Apotheke der Natur, für ihre Arbeit wieder entdecken.

Zur Apitherapie im weiteren Sinne kann jedoch auch die gesundheitsförderliche Wirkung gezählt werden, die durch den regelmäßigen Verzehr von Bienenprodukten, wie Honig, Blütenpollen, Propolis und Gelée Royale erzielt werden kann. Somit kann Apitherapie auch durch Nicht-Mediziner angewendet werden.

 

Apitherapie Intensivtage - Kurse für Laien und Heilberufe

Die 7. APIS-Z Apitherapie-Tage im Melarium von APIS-Z bieten auch 2020 wieder Gelegenheit, sich in kleinen Arbeitsgruppen intensiv mit Apitherapie und Kräutermedizin zu beschäftigen.

Wir freuen uns, dass wir wieder 2 hervorragende Expertinnen gewinnen konnten. Die Heilpraktikerin Rosemarie Bort wird zwei Seminare mit dem Schwerpunkt Naturheilkundliche Selbstanwendung von Bienenprodukten anbieten, einen Honigmassagekurs, einen Kurs über Apitherapie für Kinder und gemeinsam mit der Herbalmedizinerin Rebecca Holloway einen Kurs zum Thema Apitherapie & Kräuterheilkunde.

Die Kurse sind offen für medizinische Laien und alle Heilberufe, mit und ohne Vorkenntnisse.

 

Lebensmittel oder Heilmittel?

Honig ist nach dem österreichischen Gesetz ein Lebensmittel. Propolis, Blütenpollen und Gelée Royale sind Nahrungsergänzungsmittel. Als solche dürfen sie weder auf dem Etikett noch durch mündliche Auslobung durch den Imker oder Händler mit gesundheitsförderlichen Aspekten in Verbindung gebracht werden. Das Gesetz regelt hier klar und eindeutig.

Von der Wirkung her freilich ist der Übergang zwischen Lebensmitteln und Heilmitteln fließend und die Abgrenzung ist oft schwierig. Das Gesetz regelt die Kennzeichnung, doch es kann nicht verbieten, dass Lebensmittel heilen. – Und für die Erzeugnisse aus dem Bienenvolk trifft wohl wie kaum wo anders der Satz von Hippokrates zu:

„Eure Lebensmittel sollen Heilmittel
und eure Heilmittel Lebensmittel sein“. 

Text: Roland Berger

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