Honig - allgemeine Informationen

"Honig ist die erste Wohltat,
die Gott den Menschen erwiesen hat"

Honig fasziniert uns Menschen seit Urzeiten. Seine köstliche Süße und seine Heilkraft verliehen ihm in vielen Kulturen eine mythische und auch religiöse Bedeutung. Im Alten Ägyptern galt er als "Speise der Götter" und als "lebendig gewordene Tränen" des Sonnengottes Ra. Bei den Alten Griechen zeigten sich seine magischen Kräfte in der Legende, wonach der Göttervater Zeus schon als Kind von wilden Bienen mit Honig genährt wurde, was ihm zur Unsterblichkeit verhalf.

Auch in den großen religiösen Schriften wird Honig gerühmt und gepriesen, so heißt es etwa im Koran: "Honig ist die erste Wohltat, die Gott den Menschen erwiesen hat" und In der Bibel war "das Land, wo Milch und Honig fließen", das gelobte Land, wo kein Hunger herrscht sondern Gesundheit und Überfluss.

Honigvielfalt

Für uns moderne Menschen ist Honig heute vor allem ein gesundes Lebensmittel und ein heilkräftiger Naturstoff mit vielfältigen apitherapeutischen Anwendungsmöglichkeiten als Hausmittel und in der medizinischen Praxis ... und vielleicht auch noch mehr.

 

Inhaltsstoffe von Honig

Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist es vor allem die große Zahl verschiedener Zuckerarten und der hohe Fruchtzuckergehalt, was Honig so besonders macht: Honig besteht hauptsächlich aus Einfachzuckern (Traubenzucker und Fruchtzucker), zu einem geringeren Anteil aus Saccharose, Malzzucker und aus bis zu 20 weiteren verschiedenen Zuckerarten. Diese Mischung ist entscheidend für eine langsame Aufnahme der Zuckerstoffe im Körper. Dadurch kommt es zu einem langsameren Ansteigen und einer längeren Plateauphase des Blutzuckerspiegels und in der Folge durch die geringere Insulinausschüttung zu einem langsameren Absinken, ohne dass es zu der bekannten "Unterzuckerung" kommt, wie sie sich oft durch übermäßigen Heißhunger nach dem Genuss von Süßigkeiten (Schokolade etc.) bemerkbar macht. Das ist auch der Grund, warum sich Honig besonders bei Ausdauersportlern zunehmender Beliebtheit erfreut.

Doch Honig ist weit mehr als nur eine geniale "Zucker-Mischung": Über 187 verschiedene Inhaltsstoffe sind bis heute wissenschaftlich festgestellt worden. Neben den verschiedenen Zuckern sind wichtige weitere Honiginhaltstoffe: Enzyme, Aroma- und Duftstoffe, Säuren, Aminosäuren, Cholin, cholinerge Substanzen, Pollen, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Flavonoide, Terpene, Tannine, Inhibine u.a...

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Der "Honigfächer" gibt einen Überblick über die knapp 200 bekannten Inhaltsstoffe von Honig.
Das Sechseck unten zeigt die mengenmäßig vorherrschenden Stoffe.
Einige der wichtigsten Beistoffe werden im Halbkreis darüber angeführt.

Honig allein nach den einzelnen Inhaltsstoffe zu beurteilen würde viel zu kurz greifen. Es sind die Vielzahl der Wirkstoffe und ihr ausgewogenes natürliches Mengenverhältnis zueinander, die entscheidend sind für ein optimales Stoffwechselgeschehen. Die überaus positiven Wirkungen auf einzelne Organe des menschlichen Körpers lassen sich weniger durch verschiedene allein wirkende Substanzen erklären, sondern begründen sich vielmehr auf ein gleichzeitiges Zusammenwirken mehrerer Honiginhaltsstoffe - Das Ganze ist hier ganz offensichtlich mehr als die Summe seiner Teile. Die Qualität und apitherapeutische Wirksamkeit des Honigs kann dabei je nach botanischer und geographischer Herkunft sehr unterschiedlich sein. Der Vitamingehalt des Honigs etwa ist abhängig vom Blütenpollenanteil, und da Blütenhonig wesentlich mehr Pollen enthält, sind im Blütenhonig auch wesentlich mehr Vitamine enthalten. Im Waldhonig oder Honigtauhonig finden sich hingegen mehr Mineralstoffe und Spurenelemente.

Einige Beispiele für das Zusammenwirken von verschiedenen Honiginhaltsstoffen:

  • Das im Honig enthaltene Vitamin B1 ist unerlässlich bei der Aufspaltung der Zucker, dabei wird es vom Spurenelement Mangan unterstützt.
  • Magnesium kann wiederum nur bei Anwesenheit von Vitamin B6 genutzt werden.
  • Nur bei Vorhandensein von Vitamin C und dem Spurenelement Kupfer, kann auch das im Honig enthaltene pflanzliche Eisen von unserem Organismus verwertet werden. Der Eisenanteil im Waldhonig (bis 3,4 mg je 100 g) kann bis zum Doppelten des Anteils von Eisen im Rindfleisch betragen!
  • Chrom hat die Eigenschaft, die Wirkung des Insulins zu verbessern und gilt auch als „Glucose - Toleranzfaktor“. Chrom ist wichtig für die Verwertung des Traubenzuckers im Körper, denn es sorgt dafür, dass das Insulin seine volle Wirkung in der Zelle entfalten kann.

Die Aminosäuren sind die Grundbausteine der Eiweißkörper, im Honig finden sich davon zwei wichtige Verbindungen: das Acetylcholin und das Cholin. So kann das im Honig enthaltene Acetylcholin bei der Behandlung verschiedener Herzkrankheiten eine gute Unterstützung zu einer bestehenden Therapie darstellen. Das Cholin erhöht die Zuckerausnützung und begünstigt den Einbau von Fruchtzucker in das Leberglykogen. Nach Genuss von Honig werden bis zu 80% mehr Leberglykogen gebildet als bei Verzehr gleicher Menge von isoliertem Traubenzucker! Die im Honig enthaltenen organischen Säuren stammen hauptsächlich aus den Speicheldrüsen der Bienen und wirken anregend auf die Verdauung.

Weiters sind im Honig über 100 verschiedene Duft - und Aromastoffe sowie Inhibine bzw. antibakterielle Substanzen vorhanden. Diese Inhibine sind für die lindernde Wirkung des Honigs bei Infektionen der oberen Luftwege verantwortlich. Das alte Hausmittel "Honigmilch" (trinkwarme Milch oder trinkwarmer Tee mit Honig) hat durchaus auch heute noch seine Berechtigung.

 

Honig und Pollenallergie

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Der Pollenanteil im Honig ist ein typisches Beispiel dafür, dass auch kleinste Mengen davon, unter Umständen negative Reaktionen wie z.B. Heuschnupfen oder Asthma, ja auch Allergien hervorrufen können oder dieser im positiven Sinn eine verdauungsfördernde Wirkung auslösen kann. Amerikanische Allergiespezialisten empfehlen Pollenallergikern einen täglichen Honiggenuss von mindestens einem Teelöffel, um eine allmähliche Gewöhnung an die allergieerzeugenden Pollen zu erreichen. Der Honig muss allerdings naturbelassen und in der näheren Umgebung des Betroffenen geerntet worden sein (max.16 km, damit die entsprechenden Pollen auch im Honig vorhanden sind).

 

Honigsorten

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Wabenhonig

Wabenhonig, die feinste Art, naturbelassenen Honig zu genießen. Von unseren Bienen im Naturwabenbau produziert, enthält er neben hauchdünnem Bienenwachs vor allem Honig und  auch Spuren von Blütenpollen und Propolis.

 

Haltbarkeit

Honig ist wahrscheinlich das einzige Lebensmittel auf der Erde, das bei richtiger Lagerung praktisch unbegrenzt haltbar ist. Voraussetzung ist dabei allerdings, dass der Honig vom Imker "reif" geerntet wurde und danach richtig gelagert wird.

 Wann ist Honig reif?
"Reif" heißt beim Honig, dass die Umwandlung vom Nektar zum Honig vollständig erfolgt ist. Wie geschieht diese Umwandlung? Sammelbienen fliegen unermüdlich von Blüte zu Blüte und saugen mit ihrem Rüssel dünnflüssigen Blütennektar von den Nektarien (Nektardrüsen) an der Basis der Blüten. In der Honigblase, einer Erweiterung der Speiseröhre, wird dieser Nektar gesammelt und in den Bienenstock gebracht. Dort angekommen übergeben die Sammelbienen ihr Tröpfchen per Rüssel an Schwesterbienen im Stock, die den Nektar ihrerseits auch wieder in die Honigblase schlucken. Nun erfolgt ein vielfaches Übertragen des Tröpfchens von Biene zu Biene und auch ein Zwischenlagern in den Wabenzellen. Und jedes mal wenn eine Biene das Tröpfchen aufnimmt, gibt sie von sich bestimmte Enzyme und andere Spurenstoffe dazu und entzieht dem Tröpfchen ein wenig Wasser. So verwandelt sich das Tröpfchen Nektar, das mehrere huntert mal von Biene zu Biene gewandert sein kann, vom dünnflüssigen Nektar, mit oft weit über 50% Wassergehalt, zum dickflüssigen Honig, der, wenn er fertig ist, meist deutlich unter 18% Wassergehalt hat. Gleichzeitig mit dem Wasserentzug beginnen die von den Bienen zugesetzten Enzyme den Zucker (Saccharose) aus dem Nektar aufzuspalten und umzuwandeln, sodass im Honig aus der einfachen Saccharose des Nektars ein wertvolles Spektrum an Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzuckern entsteht. Dieses weite Spektrum an verschiedenen Zuckern ist, in Kombination mit den zahlreichen Beistoffen im Honig (siehe Abschnitt Inhaltsstoffe im Honig), hauptverantwortlich für den gesundheitlichen und ernährungsphysiologischen Wert von Honig. Solange die Vorstufe des Honigs von den Bienen noch in Arbeit ist, kann er, wenn man die Waben schief hält und schüttelt, herausspritzen. Fertiger Honig ist so zähflüssig, dass auch bei kräftigem Schütteln der Wabe kein Tröpfchen Honig mehr herausspritz. Ist er so weit, verschließen die Bienen jede Zelle, in der der Honig gespeichert werden soll, mit einem Wachsdeckel, der von ihnen erst dann wieder entfernt wird, wenn sie, oft erst Monate später im Winter, auf ihre Vorräte zurückgreifen müssen.

 

Honig und Licht

 

Honig, die süße Medizin

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In welcher Form wird Honig genützt?

 

Honig-Qualität

Ganz entscheidend für die Wirksamkeit von Honig ist seine Naturbelassenheit. Das gilt ebenso für die Verwendung als hochwertiges Nahrungsmittel wie vor allem auch beim Einsatz als Apitherapeutikum. Wir müssen uns bewusst sein, dass die beste Qualität von Honig immer jene ist, wie die Bienen ihn reif im Stock in die Waben einlagern. Besser geht nicht!

Sobald der Mensch eingreift und den Honig erntet, ihn verarbeitet, abfüllt und lagert, besteht bei jedem Arbeitsschritt die Gefahr, dass einige der empfindlichen Inhaltsstoffe leiden und nachhaltig Schaden nehmen, Das betrifft besonders die bioaktiven Substanzen, die Enzyme, die Flavonoide und andere Inhibine, die sehr empfindlich auf Temperatur und Licht reagieren. Deshalb ist eine schonende Behandlung des Lebenselixiers Honig, von der Ernte über die Verarbeitung bis hin zur Aufbewahrung, von größter Wichtigkeit. Honig besitzt nur dann seine wertvollen Eigenschaften, wenn er:

  • reif, schonend und hygienisch einwandfrei gewonnen,
  • in entsprechenden Lagergefäßen und bei kühlen Temperaturen (12 bis 15°C) gelagert
  • und vor allem jede Erwärmung weitestgehend vermieden wurde.
  • Auch eine längere Lichteinwirkung ist zu vermeiden.

Für uns von APIS-Z, die wir den Anspruch haben, Bienenprodukte in 100% naturreiner Qualität zu erzeugen, gerade richtig für eine optimal gesunde Ernährung und für die Verwendung in der Apitherapie, bedeutet dies vor allem, dass wir den Honig zu einem großen Teil direkt nach der Ernte in Gläser abfüllen, wodurch eine nachträgliche Erwärmung gänzlich entfällt. Wenn wir in Lagergefäßen kristallisierten Honig wieder beweglich machen müssen, geschieht das bei APIS-Z Honig schonend im Wärmeschrank bei maximal 35°C, das ist jene Temperatur, welche auch im Brutbereich des Bienenvolkes herrscht und der Honig somit absolut keine Schädigung erfährt. Bei solch einer niedrigen Temperatur wird der Honig zwar nicht wirklich flüssig aber beweglich genug, dass man ihn aus dem Vorratsbehälter heraus bekommt und in Gläser abfüllen kann.

Auch die Materialauswahl spielt sowohl für die Bienen wie auch für den Honig und andere Bienenprodukte eine wesentliche Rolle. Kunststoffe sind daher bei uns in der Bienenhaltung und bei der Honigverarbeitung völlig untersagt. Für die Abfüllung und Lagerung des Honigs sind nur Edelstahl und Glas erlaubt. Dies gewährleistet, dass aus den Lagerbehältnissen keine Schadstoffe in den Honig gelangen können. Auch Luftdichtheit (gegen Feuchte) und Lichtschutz (der in Gläser abgefüllte Honig wird ebenfalls im Dunklen gelagert) sind damit gewährleistet.

Weitere Informationen über die besonders strengen Kriterien, wie sie für uns als Demeter zertifizierten Betrieb gelten findet ihr unter:
Was macht Demeter Honig von APIS-Z besonders?

 

Rechtliches

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Honig ist nach dem österreichischen Gesetz ein Lebensmittel. Propolis, Blütenpollen und Gelée Royale sind Nahrungsergänzungsmittel. Daher gelten für sie die Bestimmungen des LMSVG und der Nahrungsergänzungsmittelverordnung. Das hat zur Folge, dass gesundheitsbezogene, bzw. krankheitsverhindernde Angaben für den Imker und Händler im Zusammenhang mit den von ihm verkauften Produkten nicht erlaubt sind. Es dürfen daher auch keine medizinisch relevanten Angaben auf dem Etikett oder bei der Produktbeschreibung im Webshop stehen.

Selbstverständlich dürfen die Bienenprodukte aber gesundheitsförderlich und auch medizinisch wirksam sein. Dass dies der Falkl ist, wird durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt und kann in vielen von Ärzten und anderen Heilkundigen verfassten Büchern studiert werden.

Das Gesetz regelt die Kennzeichnung, doch von der Wirkung her ist der Übergang zwischen Lebensmitteln und Heilmitteln freilich fließend und die Abgrenzung ist oft schwierig. Für die Erzeugnisse aus dem Bienenstock trifft wohl wie kaum wo anders der Satz von Hippokrates zu:

„Eure Lebensmittel sollen Heilmittel
und eure Heilmittel Lebensmittel sein“

Das Wissen um die Heilkraft der Bienenprodukte wird auch in Apitherapie-Tagungen, Vorträgen und Workshops weiter gegeben: In Österreich veranstaltet die Österreichische Gesellschaft für Apitherapie (ÖGA) jährlich eine 2-tägige Tagung bei der Ärzte und Ärztinnen über ihre Erfahrungen mit der therapeutischen Anwendung von Honig, Propolis & Co. berichten. APIS-Z veranstaltet jedes Jahr Ende Oktober / Anfang November die Apitherapie-Intensivtage mit der Heilpraktikerin Rosemarie Bort. Die Termine findet ihr hier ...

P.S.: Einen guten Teil unserer Produktion von API-SOLUT, Propolis-Tinktur und Propolis Creme liefern wir an Ärzte, die diese Produkte ihren Patienten geben.

 

Weiterführende Fachliteratur zu Honig

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Text und copyright: Dr. Roland Berger