Bienenschwarm in Robinie

Die Liebe in Zeiten der Corona

18. März 2020

Liebe Freunde von APIS-Z,
Liebe Honig- und Bienenliebhaber, 

In Anlehnung an einen Roman-Titel von Gabriel García Márquez wollen wir mit euch ein paar persönliche Gedanken teilen:

Wir alle merken in diesen Tagen mit voller Wucht, wie schnell unser Alltag, unsere wirtschaftliche Existenz und unsere Gesundheit in Gefahr geraten sind – und wir können nichts dagegen tun. Es wird plötzlich ganz augenscheinlich und für jeden spürbar, wie fragil unser Zusammenleben ist, so wie wir es uns auf der Erde eingerichtet haben. Noch wissen wir nicht was, wenn der Schrecken hoffentlich bald vorbei sein wird, die globalen Folgen für uns sein werden. Was wird uns der von Corona ausgelöste Finanz-Crash bringen? Es ist jedenfalls zu vermuten, dass er noch hohe Wellen schlagen wird. Wann und Wie werden wir aus diesem Zustand der Schockstarre herauskommen. Nichts ist mehr sicher.

Momentan werden wir als Gesellschaft von Angst regiert und es ist gar nicht leicht, sich als Einzelne/r diesem Sog von kollektiver Panik und Angst zu entziehen. Achten wir sehr darauf, dass Angst nicht Denken frisst.

Solidarität ist für uns von APIS-Z ein großer Wert und wir versuchen verantwortungsbewusst zu handeln, wenn es darum geht vorwiegend die Älteren unserer Gesellschaft vor den möglicherweise lebensbedrohlichen Folgen einer Infektion zu schützen. Auch wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, diese für nicht Wenige auch existenzbedrohende Situation so rasch wie möglich aus der Welt zu schaffen. Deshalb befolgen und unterstützen wir natürlich die verordneten restriktiven Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Gleichzeitig denken wir doch auch schon jetzt an die Zeit danach und werden in Folge mit noch größerer Energie und Motivation darauf drängen, dass mit mindestens ebenso großem Eifer verhindert wird, dass die Lebensgrundlage der Jüngeren zerstört wird. Denn da sind erst Recht einschneidende Veränderungen von Nöten! 

Vielleicht ist dieser erzwungene Massen-Retreat, diese unglaubliche Entschleunigung, die wir derzeit erleben müssen, genau der richtige Hintergrund, dass ein echter Wandel passieren kann. Plötzlich müssen wir uns mit dem Gedanken anfreunden, nicht zu jeder Zeit alles zur Verfügung zu haben. Der Überfluss an Angebot, Produkten, Aktivitäten, … alles plötzlich nicht mehr da. Und alte, schon fast vergessene Fragen, wie: Was brauch ich wirklich? Was ist mir wirklich wichtig? Was macht für mich ein gutes Leben aus? bekommen plötzlich Gewicht. Wohin soll es mit unser Gesellschaft in Zukunft weitergehen? Wollen wir nach der Krise genauso weitermachen wie bisher oder ist die Zeit reif für wirklich Neues, für ein neues Politiksystem, für nachhaltigere Wirtschaftsmodelle und für verantwortungsbewusstere Leitfiguren?

"Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“ (Friedrich Hölderlin). Vielleicht werden wir einmal in der Rückschau dem Coronavirus dankbar sein und sagen, es hat die Wende eingeleitet?! 

Corona macht die Panik, die uns der Hunger in der Welt, die Ressourcen-Kriege nebenan und die ungebremst voranschreitende Erhitzung unseres Planeten schon längst hätten machen sollen. Corona zeigt uns vor allem eines: Wie schief die kollektive, mediale und politische Wahrnehmung von Bedrohungen tatsächlich hängt. 

Wenn wir aus dem Munde des Bundeskanzlers vernehmen, "dass wir uns durch Corona in der schwersten Krise seit 1945 befinden", dann ist das, wie wir meinen, sehr Kurz-sichtig und entbehrt nicht eines gewissen Zynismus. Bedeutet das, dass der Hungertod von fast 10 Millionen Menschen pro Jahr  auf einem Planeten, der genügend Nahrung für alle bieten könnte, weniger schrecklich ist? Kann einem das Artensterben, das in einem nie da gewesenem Tempo voranschreitet, mit all seinen katastrophalen ökologischen Folgen, so wenig Sorgen bereiten, darf uns die Erhitzung der Erde so kalt lassen? Diese Dinge passieren nicht weil es halt schicksalshaft so vorgegeben ist, sondern als Folge eines "Wirtschaftssystems, das tötet“ (zit. Papst Franziskus). 

Ja, wir müssen die Ausbreitung des Coronavirus rigoros eindämmen um einen Kollaps der Gesundheitssysteme zu verhindern. Und wenn seit Jahresbeginn bis heute bereits 7.155 vorwiegend ältere Menschen, die den Coronavirus in sich hatten, gestorben sind, dann ist auch hier jeder einzelne Fall tragisch. Es liegt uns wirklich fern, Zahlen von Toten gegeneinander aufzurechnen. Aber die Frage ist doch: Warum lassen uns die oben genannten katastrophalen Entwicklungen so untätig bleiben während Corona die Welt aus den Angeln hebt?

Corona zeigt uns, dass es ginge, wenn wir wollten. Dass Staaten schnell, unbürokratisch und transnational helfen und kommunizieren können, dass sie Ausnahmeregelungen rasch umsetzen, Geld locker machen und Humanressourcen bereitstellen können, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen – wenn sie denn wollen. 

Der Gegenpol zur Angst ist die Liebe. Aktuell schlägt das Pendel gerade ganz ganz weit in Richtung kollektive Angst aus. Das heißt aber auch es sammelt ganz ganz viel Energie. Nützen wir den Schwung wenn das Pendel wieder frei gelassen wird in Richtung Liebe und unterstützen wir mit all unserer Energie, unserem Herzblut und unseren Möglichkeiten all die positiven lebensbejahenden Ansätze eines neuen Wirtschaftslebens und gesellschaftlichen Zusammenlebens, die es bereits gibt. Lasst uns wieder mehr auf die grundlegenden menschlichen Werte besinnen: Familie, Freundschaft, Zusammenhalt, Liebe. 

Wir sind überzeugt davon, dass unser derzeitiges Wirtschftsmodell nicht alternativlos ist.

Wir wünschen Euch 
Alles Liebe, Gesundheit und viel Kraft für die Zeit, wenn das Pendel wieder die Richtung ändert.

herzlich,
Roland & Wolfgang

P.S: Übrigens: Im Alten Indien galt Honig als „Materie gewordene Liebe“. (So viel Schleichwerbung darf schon sein. Oder?)

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